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Ptosis des Augenlides

- Herabhängen des Augenlides
Als Ptosis wird das Herunterhängen des oberen Augenlides z.B. bei Lähmung des Lidmuskels oder der äußeren Augenmuskeln bezeichnet. Neben der angeborenen Form der Ptosis kann diese Art der Liderkrankung noch andere Ursachen haben.
- Gewebeerschlaffung insbesondere bei älteren Patienten
- Narbenbildung aufgrund von Verletzungen
- Lähmung des oberen Lidmuskels
- oder infolge von Muskelerkrankungen
Diagnose
Nach der Befragung des Patienten zur Krankheitsgeschichte und Beschwerden, wird ein Sehtest durchgeführt. Der vordere Augenabschnitt und zumeist auch der Augenhintergrund wird betrachtet, bei Tumoren und Lidfehlstellungen wird zur Dokumentation ein Foto gemacht. Vor der Operation erfolgt oft eine Blutuntersuchung. Bestimmte spezielle Untersuchungen können sich je nach Befund anschließen. Lidfehlstellungen sind eindeutig erkennbar, insbesondere bei einem zu weiten Lidspalt sollte allerdings nach der Ursache gesucht werden. Ein Pterygium ist in den allermeisten Fällen zweifelsfrei zu erkennen. Hagelkörner können mit Gerstenkörnern und manchmal auch bösartigen Tumoren verwechselt werden.
Behandlung
Für die Lidoperation ist häufig eine örtliche Betäubung ausreichend, es kann aber auch eine Vollnarkose vorgenommen werden. Schnitte werden bei der jeweiligen Operation möglichst in dem Bereich geführt, wo sie am wenigsten sichtbar und funktionell störend sind, nämlich in Lidfalten und am Lidrand. Bei einer Lidfehlstellung müssen je nach Befund Gewebe, Haut und eventuelle Narben entfernt werden. Um den Defekt zu decken, kann es erforderlich sein, Gewebebereiche aus benachbarten Bereichen herüberzuziehen (Verschiebeplastik) oder aus anderen Bereichen des eigenen Körpers zu verpflanzen (freies Transplantat). Besteht ein herabhängendes Oberlid (Ptosis), so wird in den meisten Fällen der Muskel, der für das Heben des Oberlids verantwortlich ist, durch die Operation verkürzt. Bei Entropium und Ektropium (Drehung des Augenlides nach innen oder außen) muss das Lid in der Regel durch Verkürzung gestrafft werden. Der ringförmig angelegte Muskel, der das Schließen des Auges ermöglicht, muss oftmals auch in Anteilen umgesetzt werden. Bei Verengung oder Erweiterung der Lider können ähnliche Verfahren eingesetzt werden.
Hagelkörner werden meist über einen Einschnitt an der Innenseite des Lides herausgeholt. Ein spezielles Halteinstrument (Chalazionklemme) kommt dabei oft zum Einsatz. Der Befund kann meist mit einem scharfen kleinen löffelförmigen Instrument herausgeschabt werden. Manchmal ist es auch sinnvoll, ein Hagelkorn von der äußeren Lidhaut aus zu entfernen. Ein Flügelfell kann aus der Bindehaut herausgeschnitten und von der Hornhaut abgetrennt werden. Besteht dann ein größerer Defekt an der Bindehaut, kann dieser durch ein freies Bindehauttransplantat oder manchmal auch durch Bindehautverschiebung abgedeckt werden. Durch eine solche Behandlung soll auch verhindert werden, dass es zu einer erneuten Flügelfellbildung (Rezidiv) kommt.
Andere Tumoren werden zumeist möglichst vollständig herausgeschnitten. Manchmal erfolgt auch zunächst eine Probeentnahme von Tumorgewebe (Biopsie). Das Gewebe des entfernten Tumors oder der Probe wird feingeweblich untersucht (Histologie). Stellt sich heraus, dass der Tumor bösartig ist und noch Anteile im Lid oder in der Umgebung vorhanden sind, so müssen diese mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand entfernt werden. Häufig sind mehrere Operationen in Folge erforderlich. Wenn sich in der feingeweblichen Untersuchung zeigt, dass der Tumor vollständig herausgeholt wurde, so kann ein Eingriff zur Rekonstruktion des Lides mit eventueller Gewebeverschiebung oder -verpflanzung notwendig werden (Verschiebeplastik, freies Transplantat). Am Ende der Operation werden die Wunden mit dünnem Nahtmaterial zusammengenäht. Eine antibiotische Salbe wird aufgetragen.
Mögliche Erweiterungen der Operation
Auf Wunsch des Patienten ist es möglich, Maßnahmen aus ästhetischer Sicht vorzunehmen, beispielsweise bei schlaffer Haut im Lidbereich.






