grüner Star (Glaukom)
Definition

- Was ist ein Glaukom?
Der grüner Star (Glaukom), eine Erkrankung des Sehnervs, ist eine der häufigsten Erblindungsursachen in den Industrienationen.
Das Glaukom verläuft meist schmerzlos, schleichend und anfangs unmerklich. Charakteristisch ist ein kontinuierlicher, unwiederbringlicher Verlust von Sehnervenfasern. Diese Nervenfasern sind für die Weiterleitung der Sehreize zum Gehirn verantwortlich. Je mehr Nervenfasern untergehen, umso weniger Sehreize erhält das Gehirn vom Auge zur Bildverarbeitung. Als Folge entstehen charakteristische Gesichtsfeldausfälle, die unbehandelt zur Erblindung führen. Dieser Verlust von Sehnervenfasern ist am Sehnervenkopf (Papille) im fortgeschrittenen Stadium als zunehmende Aushöhlung (Exkavation) erkennbar.
Anatomie
Anatomisch werden Offenwinkel- und Engwinkel-Glaukome unterschieden. Diese Einteilung basiert auf dem Winkel zwischen Hornhautrückfläche und Irisvorderfläche. Im so genannten Kammerwinkel befindet sich das Trabekelwerk, durch das das Kammerwasser das Auge über den Schlemm-Kanal verlässt. Offenwinkelglaukome sind weit häufiger und verlaufen meist über viele Jahre, sind schmerzfrei und bleiben daher häufig unbemerkt, während die selteneren Engwinkelglaukome zum schmerzhaften Glaukomanfall führen können, bei dem unbehandelt innerhalb kurzer Zeit eine Erblindung droht.
Häufigkeit
Das Glaukom ist eine der häufigsten Erblindungsursachen. 500.000 Deutsche leiden nachweislich an einem durch erhöhten Augeninnendruck verursachten Glaukom, 10 Prozent davon droht die Erblindung. Patienten mit Glaukom bei normalem Augeninnendruck (Normaldruckglaukom, ca. 30 - 45% aller Glaukome) sind in dieser Untersuchung nicht erfasst. Der Berufsverband der Augenärzte weist darauf hin, dass die Dunkelziffer in diesem Bereich sehr hoch ist. Es wird davon ausgegangen, dass in Deutschland insgesamt etwa 1 Million Menschen von einem Glaukom betroffen sind.
Behandlung
Ein zu hoher Augeninnendruck kann den Sehnerv schädigen.
Werden glaukomtypische Schäden am Sehnerven festgestellt, muss eine dauerhafte Augeninnendrucksenkung erfolgen. Eine Schädigung des Sehnerves entsteht in der Regel bei chronischer Überschreitung eines kritischen Augeninnendruckes, einer Minderversorgung mit Nährstoffen (gestörte Durchblutung), Neurodegeneration und / oder erhöhtem oxidativem Stress. Werden glaukomtypische Schäden am Sehnerven festgestellt, muss eine dauerhafte Augeninnendrucksenkung erfolgen. Eine Schädigung des Sehnerven entsteht in der Regel bei chronischer Überschreitung eines kritischen Augeninnendruckes, einer Minderversorgung mit Nährstoffen (gestörte Durchblutung), Neurodegeneration und / oder erhöhtem oxidativem Stress.
Der kritische Augeninnendruck ist individuell unterschiedlich und muss im Krankheitsverlauf durch engmaschige Kontrollen erst individuell gefunden und durch eine angemessene Behandlung möglichst dauerhaft unterschritten werden. Ergänzend sind die Durchblutung des Sehnervs zu optimieren, Begleiterkrankungen einzustellen (internistische Mitbehandlung), neurodegenerative Komponenten zu ermitteln und den oxidativen Stress zu reduzieren.
Therapieziel ist das Verhindern eines Fortschreitens der Erkrankung, bereits aufgetretene Schäden (Gesichtsfelddefekte) können nicht wieder rückgängig gemacht werden. Die Behandlung beginnt mit Augentropfen (Wirkstoffe: Beta-Blocker, Cholinergika, Alpha-Sympathomimetika, Carboanhydrasehemmstoffe, Prostaglandine), die mit unterschiedlichem Wirkansatz allein oder in Kombination den Augeninnendruck senken und teils die Durchblutung des Sehnerven verbessern. Bei Sekundärglaukomen kann zusätzlich die Therapie der Grunderkrankung erforderlich sein.
Stellen sich medikamentös keine befriedigende Augeninnendrucksenkung und Durchblutung ein, muss zügig ein für den Patienten geeignetes Operationsverfahren (Laser, chirurgisch) gewählt werden. Zusätzlich kann der Augeninnendruck nach Durchführung einer Operation des grauen Stars sinken, da die verwendete Kunststofflinse eine geringere Dicke als die eigene Linse hat und somit indirekt Platz am Kammerwinkel geschaffen wird.
Vorsorge

- Risikofaktoren
Die rechtzeitige Behandlung kann ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern.
Zur Vorsorge sind regelmäßige Untersuchungen bei ihrem Augenarzt erforderlich. Ziel ist, die Erkrankung noch vor einer funktionellen Beeinträchtigung, also im Frühstadium zu erkennen. Durch rechtzeitige Behandlung kann ein Fortschreiten und letztendlich die Erblindung in den meisten Fällen verhindert werden. Ab dem 40. Lebensjahr sollte die Vorsorgeuntersuchung einmal jährlich durchgeführt werden. Eine frühere Vorsorgeuntersuchung ist bei folgenden Risikofaktoren sinnvoll:
- Verminderte Durchblutung des Sehnervs - häufig bei Durchblutungsstörungen (Vasospasmen) an den Gliedmaßen (kalte Hände / Füße) Migräne, Tinnitus
- Relativ oder absolut erhöhter Augendruck
- Hohes Lebensalter
- Hohe Kurzsichtigkeit (Offenwinkelglaukom)
- Hohe Weitsichtigkeit (Engwinkelglaukom bzw. Glaukomanfall)
- Niedriger und schwankender Blutdruck (Normaldruckglaukom)
- Hoher Blutdruck
- Familiäre Veranlagung Diabetes mellitus
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Ursachen | |
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Sprechstunde
Liebe Patientin, lieber Patient,
in unserer Glaukomsprechstunde bieten wir Ihnen, je nach der bei Ihnen vorliegenden Glaukomform, einen individualisierten Diagnose- und Therapieplan an, der Ihre Erkrankung auch unter Berücksichtigung z.B. internistischer Begleiterkrankungen und Medikation als entscheidende Vorrausetzung für den Behandlungserfolg ganzheitlich erfasst.
Wir werden bei Ihnen individuell anhand entsprechender Spezialuntersuchungen klären, welche Therapie Ihnen langfristig das bestmögliche Behandlungsergebnis bietet.
Terminvereinbarung
Raum Starnberg
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